Stärkung der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege senkt Folgekosten für Arbeitgeber in Höhe von 14.154,20 Euro jährlich pro Betroffenem

Heute hat jeder zehnte Deutsche einen Pflegefall in der Familie und die Auswirkungen auf Arbeitgeber sind durch Leistungsabfall, Fehlzeiten durch Krankenstand bis hin zu Kündigungen enorm. Eine Studie der Universität Münster und Steinbeis-Hochschule Berlin zeigt, dass die durchschnittliche Höhe betrieblicher Folgekosten pro Beschäftigtem mit Pflege- respektive Hilfeaufgaben 14.154,20 Euro jährlich beträgt. Mit 47,3% zeigt Präsentismus den größten Anteil an den gesamten Folgekosten. Wenn die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege einen Konflikt für Mitarbeiter darstellt, weisen diese eine geringere Leistungsfähigkeit und Motivation auf. Während 30% der Betroffenen Angehörigen die Arbeitszeit reduzieren, gibt jeder 6. aufgrund fehlender Vereinbarkeit sogar den Beruf auf. Damit fallen Kosten der Personalbeschaffung an und wertvolles Humankapital wird verloren.
Was können Sie für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf in Ihrem Unternehmen tun? Wir haben für Sie eine Arbeitgeber-Checkliste zum Thema Eldercare erarbeitet. Sie können diese hier downloaden.pdf (5)

Fachthema Vereinbarkeit Beruf und Familie Folgen Vereinbarkeitskonflikt

Gelebte Familienfreundlichkeit bedeutet auch eine pflegesensible Unternehmenskultur zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

Lösungen lassen sich am besten finden, wenn Arbeitgeber das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege innerbetrieblich offen kommunizieren. Aufklärung und Enttabuisierung sind die grundlegenden Aspekte einer pflegesensiblen Personalpolitik. Viele Arbeitnehmer fürchten Karrierenachteile, wenn Sie offen zugeben, dass sie neben der regulären Beschäftigung noch Pflegeaufgaben wahrnehmen und so Vereinbarkeit von Beruf und Pflege für sie ein wichtiges Thema ist. Sie schämen sich unter Umständen sogar für Ihre Überforderung, weswegen eine Pflegetätigkeit verschwiegen wird. Pflegesensible Unternehmenskultur zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Pflege muss auf allen drei Ebenen sichtbar sein. Informationen im praktischen Downloadpdf (5)

  • Artefakte
  • Offene Kommunikation durch Mitarbeiterzeitschriften, Intranet-Beiträge, Notfall-Karten, feste Ansprechpartner, Barrierefreiheit auf Betriebsgelände, Home Office Lösungen

  • Werte & Normen
  • (Verhaltensmaxime): Thematisierung, Umgang mit Pflegepersonen, Akzeptanz und Verständnis für familiäre Situationen, Führungskräfte als Vorbilder und Unterstützer

  • Grundannahmen
  • „Einstellung zu anderen“, Anerkennung pflegebedürftiger Menschen und Familienplanung

Fachthema Vereinbarkeit Beruf und Familie Unternehmenskultur

Einführung von Arbeitszeitflexibilisierung zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie insbesondere Pflege in 4 Phasen

Durch den Einsatz unterschiedlicher Modelle der Arbeitszeitflexibilisierung gelingt es Arbeitnehmern ihre familiären Verpflichtungen in den Berufsalltag zu integrieren. Flexibilität bedeutet, dass sowohl die Stundenanzahl als auch die Arbeitszeit variabel sein kann. In Bezug auf eine Pflegesituation ist die Arbeitszeitflexibilisierung jedoch nur effektiv, wenn es in Notfallsituationen für Pflegepersonen möglich ist einen oder mehrere Tage von der Arbeit fern zu bleiben. Deshalb sind bedarfsgerechte Lösungen gefragt, die sich an veränderte Rahmenbedingungen wie einem erhöhten Pflegebedarf anpassen lassen. Eldercare-Teilzeitmodelle müssen im Team akzeptiert sein und betrieblich gefördert werden, sodass Betroffene diese in Anspruch nehmen und die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege gewährleistet ist. Eine Übersicht über die gesetzlichen Regelungen zu Pflegezeit und Familienpflegezeit finden Sie hier zum downloaden: Flyer Vereinbarkeit von Beruf und Familiepdf (5)

Fachthema Vereinbarkeit Arbeitszeitflexibilisierung

So unterstützen Unternehmen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

Anna Schröder, Health Manager / Human Resources bei Barclaycard Barclays Bank PLC:

„Wir bieten unseren Mitarbeitern flexible Arbeitszeiten, das nimmt dem Ganzen schon eine ganze Menge an Druck ab. Das heißt, die Mitarbeiter haben keine bestimmte Vorgabe, wann sie hier vor Ort sein müssen und können sich ihren Tagesablauf so gestalten wie es für sie am besten ist. Außerdem bieten wir der Vielzahl unserer Mitarbeitern die Möglichkeit im Home Office zu arbeiten also auch da gibt es die Möglichkeit, den Aspekt Beruf und Familie bestmöglich zu vereinen ist und darüber hinaus haben wir noch Beratungsangebote im Haus, die das ganze Thema Kinderbetreuung und auch Eldercare berücksichtigen.“


Modernes Personalmanagement mit „Beruf und Familie“ als Kernelement erfolgreicher Personalpolitik

Begriffe wie lebensphasenorientierte Personalpolitik, betriebliches Gesundheitsmanagement und Work-Life-Balance sind Schlüsselbegriffe der Familienorientierung eines Unternehmens und gewinnen im Kontext des modernen Personalmanagements weiterhin an Bedeutung. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und somit die Balance zwischen Lebens- und Karriereplanung ist ein wichtiger Bestandteil des Personalmanagements, welcher an der jeweiligen Unternehmensstrategie und an ihrem Leitbild ausgerichtet ist. Sie wird zur Aufgabe der Unternehmensleitung und findet Anklang auf allen drei Ebenen der strategischen Personalplanung wie beispielsweise im Führungskräftetraining für eine gesundheitsbewusste Führung, im „employer branding“ sowie bei Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Alle Handlungsfelder des modernen Personalmanagements dienen dem Erfolg und der Erreichung formulierter Ziele eines Unternehmens. Beschäftigte, die sich in einem persönlichen Spannungsfeld zwischen Beruf und Familie befinden, sind ohne Unterstützung durch den Arbeitgeber nur eingeschränkt in der Lage hierzu aktiv beizutragen und ihre volle Arbeitsmotivation und –Leistung zu erbringen.

Fachthema Vereinbarkeit Familie und Beruf - Familienorientierung in Unternehmen

Individuelle Beanspruchung von Beschäftigten durch Vereinbarkeitskonflikte zwischen Beruf und Familie.

Nach dem Belastungs-Beanspruchungs-Modell ergibt sich aus einer objektiven Belastung und den persönlichen Eigenschaften und Fähigkeiten einer Person die individuelle Beanspruchung. Dieses Modell lässt sich sowohl auf eine Arbeitssituation als auch auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie anwenden. Durch den im Gegensatz zur Kindererziehung progredienten Verlauf einer Pflegebedürftigkeit sind pflegende Mitarbeiter einer zunehmenden Beanspruchung ausgesetzt. Neben dem emotionalen Leid müssen meist innerhalb kurzer Zeit eine passende Versorgung organisiert und die damit verbunden finanziellen Angelegenheiten geklärt werden. Zum Alltag pflegender Mitarbeiter gehört die Konfrontation mit körperlichem oder geistigem Abbau, sowie Tod, während Kinder zunehmend selbstständiger werden. Zusätzlich zur körperlich anstrengenden Situation bestärkt seelischer Druck wie Erwartungen der Familie das Ermüdungsgefühl. Nicht jeder Beschäftigte kann die Doppelbelastung von Beruf und Familie im gleichen Maß bewältigen. Im Vergleich zum Durchschnitt der Bevölkerung ist der Anteil an chronischen Erkrankungen und Leiden bei pflegenden Angehörigen um 51% höher. Somit ist es wichtig, individuelle Lösungen für unterschiedlich beanspruchte Beschäftigte zu schaffen, um trotz familiärer Verpflichtungen leistungsfähig und motiviert zu sein. Informationen im praktischen Downloadpdf (5)

Fachthema Vereinbarkeit Familie und Beruf - Belastungs-BEnspruchungs-Modell

Führungskräfte als Vorbilder für gelebte Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Führungskräfte bilden das Bindeglied zwischen Unternehmensleitung und Mitarbeitern. Sie agieren als Vorbild und vermitteln Strategie, Leitbild und Werte des Unternehmens. Neben der offenen Kommunikation ist somit die Sensibilisierung der Mitarbeiter ein wichtiger Baustein der Thematisierung von Beruf und Familie. Durch interne oder externe Trainings werden Führungskräfte geschult, um Warnsignale ihrer Mitarbeiter zu erkennen und durch fachliches Wissen auf einen Vereinbarkeitskonflikt reagieren zu können. Führungskräfte sollten in der Lage sein die bereitgestellten Maßnahmen im Sinne des Unternehmens aktiv zu werben und diese selbst zu nutzen, denn durch die eigene Flexibilisierung von Arbeitszeit und –Ort oder einer gelebten Work-Life-Balance bestärken sie die Vorbildfunktion. Es empfiehlt sich die Integration der Thematik Beruf und Familie in die regelmäßigen Mitarbeitergespräche, um zwischen Mitarbeitern und Führungskraft einen regelmäßigen und offenen Dialog zu fördern und Rahmenbedingungen festzulegen. Aber auch für Führungskräfte selbst ist es notwendig das Thema Beruf und Familie verbindlich in Personalbeurteilung und Weiterentwicklung zu integrieren, denn die Führungskultur eines Unternehmens trägt maßgeblich dazu bei, ob das Thema Beruf und Familie von Beschäftigten akzeptiert und gelebt wird. Informationen im praktischen Downloadpdf (5)

Fachthema Vereinbarkeit Familie und Beruf - Führungskräfte als Bindeglied

Die Rolle der Führungskräfte beim Thema Beruf und Familie

Katharina Lindenbaum, Referentin Personal bei der DG HYP:

„Aus unserer Sicht spielen Führungskräfte eine enorm wichtige Rolle. Sie sind ganz klar Kulturträger in einem Unternehmen und verantwortlich dafür, dass sich Dinge ändern. Daher haben wir viel investiert, in Bewusstseinsbildung über die Benefits und Aufklärung darüber, weshalb wir uns in diesem Thema engagieren. Da können sich Führungskräfte erwehren aber es ist natürlich schon eine Veränderung, die durchzusetzen ist und da gilt es anzusetzen und auch die Führungskräfte mitzunehmen.“

Unterschiedliche Wahrnehmungen von Arbeitnehmer zu Arbeitgeber

Ob ein Unternehmen familienfreundlich ist oder nicht, das kommt darauf an, wen man fragt. Fragt man die Unternehmen, so nehmen sie sich insgesamt und in einzelnen Aspekten deutlich positiver wahr als Beschäftigte (Studie Familienfreundliche Unternehmenskultur). Demnach denken 44 % der Arbeitgeber, dass ihre Unternehmenskultur sehr familienfreundlich ist. Mit dieser Aussage liegen sie fast doppelt so hoch wie Ihre Beschäftigten (24 %). Auch bei der Termingestaltung gibt es starke Differenzen. 60 % der Arbeitgeber sind der Meinung, dass individuelle Bedürfnisse zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei der Termingestaltung berücksichtigt werden. Das empfinden nur 19 % der Beschäftigten so. Des Weiteren sind 88 % der Unternehmensleitungen davon überzeugt, die Thematik wichtig oder sehr wichtig zu nehmen im Vergleich dazu: 60 % der Beschäftigten.
Ganz wichtig für einen Erfolg einer etablierten Maßnahme zur Vereinbarkeit oder zum BGM sind die breite Akzeptanz der Inanspruchnahme und die Gewissheit, dass durch die Nutzung keine negativen Folgen entstehen, die sich auf Karrieremöglichkeiten oder Arbeitsplatzsicherheit auswirken. Grundsatz ist immer – je offener und authentischer eine Maßnahme kommuniziert und gelebt wird und auch Vorgesetzte diese in Anspruch nehmen, desto eher wird sie ihre volle Wirkung entfalten können. Informationen im praktischen Downloadpdf (5)

Fachthema Vereinbarkeit Familie und Beruf - Unterschiede in der Wahrnehmung

Weitere Informationen über:

Vereinbarkeit
Eldercare
Pflegende MA
Familienservice
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BGM

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STIMMEN VON MITARBEITERN

„Die Generalprobe für die MDK Prüfung ist einfach klasse. So hat meine Mutter verstanden, dass sie nicht den „zweiten Frühling“ vorspielen muss, sondern einfach ehrliche Antworten gegenüber der Auditorin geben sollte, um Ihren wirklichen Hilfsbedarf festzustellen. Als Ergänzung noch das Pflegetagebuch dazu und die Pflegestufe ist direkt anerkannt worden. Vielen Dank für diesen tollen Service. Den kann ich nur weiterempfehlen.“

Annemie R., Koblenz

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