Der Bedarf an Unterstützung und Beratung für pflegende Mitarbeiter ist größer als der der Kinderbetreuung

Im Dezember 2016 lag die Zahl pflegebedürftiger Menschen in Deutschland bei 2,9 Millionen. Diese Zahl teilt sich in vollstationäre Versorgung in Pflegeeinrichtungen und die Pflege im häuslichen Umfeld auf. Für die 2,08 Millionen zu Hause Versorgten übernehmen 1,38 Millionen Angehörige die Pflege. Im Jahr 2013 überschritten die Fallzahlen von Menschen mit einem Pflegefall in der Familie die mit einem Bedarf an Kinderbetreuung. Betroffene haben meist kurzfristig zwei Jobs, welchen Sie nachkommen müssen und sind dadurch einer Doppelbelastung ausgesetzt. Pflegebedürftigkeit oder Tod wird im Gegensatz zum Thema Kindererziehung von Angehörigen oft verschwiegen, besonders im beruflichen Umfeld. Das Thema Pflege ist sehr emotional und persönlich, weswegen es nur natürlich ist, dass sich Beschäftigten nicht mit Problemen diesbezüglich an ihre Vorgesetzten wenden. Gründe hierfür sind die Angst Karrierenachteile zu erfahren oder als dauerhaft belastet zu gelten. Die Konsequenz daraus ist, dass Sie als Arbeitgeber erst dann davon erfahren, wenn es bereits zu spät ist. Während Arbeitnehmer ohne Pflegetätigkeit nach der Arbeit die Freizeit zum Ausgleich und zur Erholung nutzen, kommen Betroffene einer weiteren Tätigkeit nach, die körperlich und seelisch meist anstrengender ist als ihre Arbeitsstelle.

Fachthema Pflegende Mitarbeiter - Bedarf höher als bei Kinderbetreuung

Doppelbelastung von pflegenden Mitarbeitern nicht länger als Tabuthema betrachtet

Themen wie demografischer Wandel und steigende Lebenserwartung führen dazu, dass mit dem Thema Beruf und Familie auch das Thema „pflegende Mitarbeiter“ stärker in den Fokus von Arbeitgebern gerät. Seit 2013 haben sogar mehr Beschäftigte einen Pflegefall in der Familie, als Eltern mit dem Thema Kinderbetreuung konfrontiert sind. Jeder zweite Personalentscheider hat sich bereits mit dem Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege beschäftigt, was zeigt, dass Unternehmen auf gesetzliche Vorgaben reagieren und betriebliche Unterstützung gegen Vereinbarkeitskonflikte geben. Eine Pflegebedürftigkeit kann nur kurzfristig, aber auch für den Rest des weiteren Lebens bestehen. Es ist für pflegende Mitarbeiter aus diesem Grund wichtig flexible Lösungen zu finden, die zur jeweiligen Lebens- und Pflegesituation passen. Denn mit jeder individuellen Pflegebedürftigkeit sind auch die Anforderungen an die Pflegeperson besonders. Die bereits am häufigsten genutzte Variante zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist die Flexibilisierung der Arbeitszeit. Um jedoch für pflegende Mitarbeiter Beruf und Pflegetätigkeit vereinbaren zu können und ihre Leistungsfähigkeit zu erhalten, ist eine umfangreiche Unterstützung durch Eldercare-Konzepte und Beratungsstellen seitens des Arbeitgebers notwendig. Ein solches Unterstützungsangebot sollte immer die zeitliche, finanzielle, körperliche und emotionale Entlastung der pflegenden Mitarbeiter zum Ziel haben.

Fachthema Pflegende Mitarbeiter demografischer Wandel

Betriebliche Pflegelotsen als kollegiale Erstberatung für pflegende Mitarbeiter

Durch den erhöhten Bedarf an Pflegeberatung besonders für Berufstätige werden in Unternehmen immer mehr betriebliche Pflegelotsen ausgebildet. Verschiedene soziale Institutionen bilden in Seminaren und Workshops vor allem Betriebsratsmitglieder, Beschäftigte der Personalabteilung oder andere interessierte Mitarbeiter als Pflegelotsen aus. Diese erhöhen die interne Pflegekompetenz und fungieren als Ansprechpartner bzw. Kontaktperson für pflegende Mitarbeiter. Diese geben keine umfangreiche Pflege- sondern eine kollegiale Erstberatung, welche zur ersten Orientierung in einer Pflegesituation dient. Ein Gespräch mit einem betrieblichen Pflegelotsen soll in erste Linie die betriebsinternen Angebote, welche zusätzlich zu den Rechtsgrundlagen bestehen, sowie regionale Beratungsstellen oder Pflegeeinrichtungen aufzeigen. Durch einen festen Ansprechpartner wird dem Thema Pflege ein Gesicht verliehen, womit die Unterstützungsmöglichkeit im Kopf der Belegschaft bleibt und aktiv von pflegenden Mitarbeitern genutzt wird. Pflegelotsen sind somit in einer Vermittlerrolle zwischen betroffenen Beschäftigten und der professionellen Pflegeberatung durch Eldercare-Anbieter.

Fachthema Pflegende Mitarbeiter Pflegelotsen
Fachthema Pflegende Mitarbeiter Pflegepersonen

Mitarbeiter individuell unterstützen – wer pflegt überhaupt?

Die Anzahl der Pflegepersonen steigt seit dem Jahre 2011 kontinuierlich. Frauen kümmern sich nach wie vor immer noch am häufigsten um ihre Angehörigen aber auch bei den Männern tut sich was. Bei niedriger Pflegeintensität (bedeutet 1h tägl.) ist die Anzahl der pflegenden Männer zwischen 2011-2015 um 98 % gestiegen. Betrachtet man aber die höhere Pflegeintensität (2h+ tägl.) kann man einen wesentlich geringeren Anstieg erkennen: +22%. Kumuliert man dies, so ergibt sich eine Steigung von 61%. Beim weiblichen Geschlecht steigt die Pflegetätigkeit bei niedriger +46% sowie höherer Pflegeintensität um 47%.
Interessant ist auch der Lebensabschnitt, in dem gepflegt wird. Während Frauen in ihrer erwerbstätigen Phase (~20 bis ~ 59 Jahre) gleich oft mit niedriger UND hoher Pflegeintensität pflegen, so übernehmen Männer in dieser Zeit vorwiegend niedrige Pflegeintensität und erst nach Eintritt ins Rentenalter, gleichziehend mit den Frauen, eine höhere Pflegeintensität.

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„Endlich ein Partner an der Seite, der mir hilft, meine Rechte gegenüber der Pflegekasse auch durchzusetzen. Sie haben mir beim Widerspruchsverfahren bei der Durchsetzung der Pflegestufe mit Rat und Tat zur Seite gestanden.“

Lotte R., Düsseldorf

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